Wettbewerb – Florian-Geyer-Straße

Die Wohnebene des Hochparterres der Umgebung aufnehmend, verlagert sich der halböffentliche Hof über das Straßenniveau und differenziert sich dadurch vom öffentlichen Raum. Darunter liegt die Parkebene welche durch eine Zufahrt von der Florian-Geyer-Straße aus erreicht werden kann. Charakteristisch erhält das Wohnquartier eine sich zum Hauptzugang formulierte Adresse. Der Hof erschließt sich über eine Treppen- und Rampenanlage und stellt den Mittelpunkt der Gemeinschaft dar. Er ist Organisations- und Kommunikationszone für die Bewohner und fließt durch den aufgeständerten Baukörper als Freiraum in den Gartenbereich. Die entstehende Blickbeziehung ermöglicht eine Konservation mit dem Naturraum der Elbe. Als gemeinsam genutzter Außenraum bietet der Hof durch seine Strukturierung durch die Verwendung von Sitzgelegenheiten und Bepflanzungen, sowie der Garten mit einem internen Spielplatz eine neue Qualität für das Wohnquartier.

Zwei separate Zugänge erschließen den Baukörper und formulieren sich, etwas zurückgesetzt, beidseitig der Klingelanlage. Dahinter lagert sich das Foyer mit den Briefkästen und einem Informationsbereich und verteilt weiter zum Treppenhaus, zum gemeinsamen Abstellbereich und zum Flur. Ein im Erdgeschoss integrierter, optional als Gemeinschaftsraum nutzbarer Ort bricht die Fassade auf und öffnet sich zum Freiraum. Man erreicht über den Flur sechs Wohneinheiten, die im Inneren über ein Splitlevel und dadurch über einen Zugang zu einem zugehörigen Garten verfügen. Die vertikale Erschließung erfolgt über ein mittig gelegenes Treppenhaus mit integrierten Aufzügen. Eine vorgelagerte Schleuse bringt Tageslicht in die Flure, von denen in dem 7-geschossigen Gebäudeteil jeweils 9 Wohneinheiten und in dem 15-geschossigen Gebäudeteil 5 bis 6 Wohnungen pro Etage erschlossen werden.

Um eine Qualität im sozialen Wohnungsbau auf geringem Raum und mit möglichst effektiver Nutzung zu schaffen, sind die Grundrisse variabel und an das geforderte Angebot angeglichen. Die Nutzung der Wohnung erfolgt nach Haushaltsgröße und kann optional in der Zimmeranzahl variieren. Die Wohnungsvielfalt orientiert sich an den Richtwerten der Vorgabe für die Förderung. Variable Bereiche als Räume stehen für Funktionalität. Diagonale Blickbezüge in der Wohnung ermöglichen einen großzügigen Raumeindruck, Schiebetüren separieren nach Bedarf und ermöglichen die Teilung einer 1-Raum-Wohnung zu einer 2-Raum-Wohnung. Einem zentralen Wohn-und Essbereich können andere Bereiche zugeschaltet werden. Diese Wohn-und Esszone bildet den Mittelpunkt aller Wohneinheiten und ermöglicht den Zugang zum privaten Freiraum, den eine großzügig verglaste Loggia darstellt. Die Küche und das Bad sind nebeneinander angeordnet. Eine geschossweise Spiegelung der Wohnbereiche mit den Loggien erzeugt ein Schachbrettmuster und lässt eine repräsentative Fassade entstehen. Dieses Thema findet man fortlaufend auf allen Fassaden. Aber nicht nur die Außenwirkung resultiert aus der Spiegelung der Grundrisse, im Inneren bietet sie die Möglichkeit, die Grundrisse der Wohnungstypen zu verändern. Innerhalb eines gesetzten Systems können Wohnungen den Bedürfnissen angepasst und strangweise rollstuhlgerecht ausgeführt werden.

Jahr:

2017